| |
|
Die Riepenburger Mühle ist
die älteste und größte erhaltene Kornwindmühle
Hamburgs.
Die erste Erwähnung einer Mühle an dieser Stelle stammt
aus dem Jahre 1318, womit der Standort zu den ältesten
Windmühlenstandorten Deutschlands gehört.
Die Mühle gehörte damals zur
Riepenburg, einem befestigten Schloß am Elbdeich.
Namensgeber war der Ritter Hermann Ribe, der im 13. Jh. der Besitzer
war. 1420 gelangte die Riepenburg samt Mühle durch eine
Schlacht in den gemeinsamen Besitz der Städte Hamburg und Lübeck.
Bis zu ihrem Verkauf im Jahre 1880 war die Riepenburger Mühle
eine herrschaftliche Mühle, die vom Bergedorfer Amtmann an
einen Müller verpachtet wurde.
Bei den Vorläufern der heutigen Mühle handelte es sich
durchweg um Bockwindmühlen. Neubauten gab es 1683 und
1765, jeweils weil der Vorgänger marode war.
1765 dachte man schon an den Bau einer Holländerwindmühle,
was aber aus Kostengründen verworfen wurde. |

Ausschnitt aus der Karte vom Vorwerk
Riepenburg. J.O.Hasenbank 1749, StaH 144-9,
Repro: Simone Vollstädt |

Riepenburger Mühle 1910
|
Die heutige Mühle wurde 1828
als Galerie-Holländerwindmühle errichtet.
Bis 1863 war die Riepenburger Mühle eine Zwangsmühle.
Die Bewohner von Bergedorf, Geesthacht und den Vierlanden waren
verpflichtet ihr Korn entweder auf der Riepenburger Mühle oder
der Kornwassermühle in Bergedorf mahlen zu lassen.
Bei ihrem Bau wurde die Riepenburger Mühle mit 4 Mahlgängen
ausgestattet - drei Mahlgänge und ein Graupengang. Den Graupengang
ersetzte man 1867 durch einen "Franzosen". |
Ursprünglich hatte die Mühle
einen Steert. 1871 erfolgte der Austausch gegen eine Windrose.
Im Jahre 1880 kaufte H.A. Busch - ein Einheimischer - die
Riepenburger Mühle von der Stadt Hamburg. Er verbesserte und
modernisierte den Betrieb und führte neue Geschäftszweige,
wie z.B. einen Futterhandel ein.
1888 erweiterte Busch den Betrieb durch den Anbau einer Dampfmühle.
Sie blieb bis 1919 in Betrieb, ihr Schornstein wurde jedoch
erst in den 30er Jahren entfernt.
Um 1900 wurden zwei motorbetriebene Schrotgänge eingebaut.
1953 erfolgte die Umstellung aller Maschinen auf elektrischen
Einzelantrieb.
1963 wurde eine Hammerschlagmühle eingebaut, sie ist
heute noch funktionstüchtig.
1970 baute man eine vollautomatische Getreideannahmestation,
sie wurde jedoch 1996 entfernt.
|
|
H.A.Busch - Kaufte 1880
die Riepenburger Mühle
|
Bis 1990 war die
Mühle in Betrieb - zuletzt nur noch zur Futtermittelherstellung.
Dann setzte sich der letzte Müller, Karl-Heinz Busch - Urenkel
des Käufers H.A. Busch von 1880, zur Ruhe.
Die Riepenburger Mühle steht seit 1939 unter Denkmalschutz,
sie ist eine der wenigen Mühlen in Hamburg, deren Windmahlgang
noch funktionstüchtig ist.
Für ihren Erhalt setzt sich seit März 1999 der
Verein "Riepenburger Mühle e.V." ein. |
Im Oktober 2001 kauft der Verein
" Riepenburger Mühle e.V." die Mühle , Anbauten
und ca. 5.500 m² Land.
2002 beginnt der Verein mit den umfangreichsten Restaurierungsmaßnahmen
seit dem Bau der Mühle.
2003 wurde eine neue Galerie in Eiche errichtet.
2006 sind die wichtigsten Maßnahmen abgeschlossen,
die Kappe wurde erneuert und ein Windmahlgang eingebaut.
Im Frühjahr 2007 wurden die alten Stahlruten mit neuen
Klappen, Hecken und Windbrettern versehen und montiert, damit ist
die Mühle wieder windgängig.
Seitdem restauriert der Verein alte Müllereimaschinen, die
in der Mühle wieder zum Einsatz kommen.
|

Richtfest mit der neuen Kappe und
Taufe
auf den Namen *Boreas* - 2006 |
|
Weitere geplante Maßnahmen sind:
- Renovierung des Erdgeschosses der
Mühle
- Restauration und Montage weiterer
Müllereimaschinen
- Restaurierung der historischen Hofanlage
- Ausbau der Garage zum Schulungsraum
- Anlegen eines Bauerngartens auf
dem gegenüber liegenden Grundstück
|